1.Mai - Für eine neue ArbeiterInnenbewegung!
Der 1. Mai ist der Kampftag der ArbeiterInnen-klasse und steht mit den im 19. Jahrhundert vor allem in den USA („die Anarchisten von Chicago“) erbittert geführten Arbeiterkämpfen für den Achtstundentag im Zusammenhang (in Österreich 1918 erfolgreich erkämpft). Der Achtstundentag stellt einen Meilenstein des sozialen Fortschrittes dar. Allerdings wurde er in Österreich 1919 gesetzlich verankert und seit dem gab es keine vergleichbaren Arbeitszeit-verkürzungen mehr. Im Gegenteil fordern die KapitalistInnen in den letzten Jahren immer wieder längere Wochen- und Lebensarbeits-zeiten.
Es ist vor allem die organisatorische Schwäche und die seitens des Kapitals mit Zuckerbrot und Peitsche erfolgreich abgewürgte Kampf-bereitschaft der ArbeiterInnen, die unsere derzeitige Defensivhaltung kennzeichnen. Nicht einmal die Weltwirtschaftskrise scheint die Kraft zu besitzen, dass ein relevanter Teil der Gesellschaft die Macht des Kapitals in Frage stellt.
Zwar wurden mit dem Beginn dieser Krise im Herbst 2008, oder besser der jüngsten Auswirkungen der seit 35 Jahren anhaltenden und nur von zeitweiligen Erholungen unterbrochenen Reproduktionskrise des Weltkapitals, anfänglich auch Fragen nach Alternativen zum Kapitalismus laut. Inzwischen aber ist dieser Diskurs längst beendet und es geht nur noch darum, den Status Quo weltweit wieder herzustellen.
Dabei zielen die Krisenmaßnahmen der Herrschenden bisher nicht auf einen Wiederaufschwung, sondern darauf, politisch zu überleben. Die neoliberalen Angriffe auf die Klasse wurden fortgesetzt, teilweise sogar verschärft. Mit den diversen Rettungsplänen wurden gigantische Summen aufgebracht, die letztlich alle von der Arbeiterklasse bezahlt werden müssen (in den USA wird die Summe auf mindestens eine Billion Dollar geschätzt, das sind ungefähr 4000 Dollar pro Kopf). In Europa sieht es ähnlich aus. Und wir ArbeiterInnen zahlen weiter: Durch Arbeitsplatz-verlust, Steuererhöhungen und Sozialabbau.
Es ist aber nicht irgendeine Krise über uns „hereingebrochen“, sondern der Kapitalismus selbst ist die Krise! Nicht anders ist ein System zu bewerten, das weltweit Hunger, Ausbeutung, Krieg und regelmäßige Crashs der Wirtschaft hervorbringt.
Stagnierende Löhne, steigende Lebenserhaltungskosten (z.B. KV Erhöhungen von nicht mal 2 Prozent und Erhöhung des Mietrichtwertes im April 2010 um 3,8 Prozent!), Schaffung eines Niedriglohnsektors, steigende Arbeitslosigkeit. Ideologisch begleitet wird das ganze zudem mit einem bewusst geschürten Nationalismus. Das Geheule über "österreichische Steuergelder für griechische Frührentner" und die massive Hetze gegen angebliche Schmarotzer, die sich der „selig machenden Lohnarbeit verweigern“, besonders wenn sie über einen migrantischen Hintergrund verfügen, sind nur einige Beispiele hierfür. Sie versuchen uns zu spalten, weil sie wissen, dass wenn sich die Lohnabhängigen organisieren, die Macht der Herrschenden ins Wanken gerät.
Wir haben genug von einem Gesellschaftssystem, in dem alle Lebensbereiche Verwertungsinteressen untergeordnet werden. Ob es um Bildung oder Freizeit geht, oder um Wissenschaft und technischen Fortschritt. Das Ziel ist immer die profitable Verwertbarkeit im Sinne des Kapitalismus anstatt die Erfüllung unserer Bedürfnisse. In dieser Logik werden wir auf "menschliche Ressourcen" reduziert, die zwar den gesell-schaftlichen Reichtum produzieren, jedoch nur minimal daran teilhaben.
Dabei befinden wir uns in einer Situation, in der die technischen Möglichkeiten zur Abschaffung von Mangel, Hunger, Krankheit und Armut ständig wachsen und dadurch die gesellschaftlich notwendigen Arbeiten immer weniger werden. Eigentlich super, wir bräuchten nur die Arbeit und deren Bedingungen anders organisieren und hätten alle ein gutes Leben - weltweit!
Wir sind keine ohnmächtigen Opfer des kapitalistischen Systems! Wir sind es, die allen gesellschaftlichen Reichtum produzieren und durch diese Macht können wir auch dafür sorgen, dass es statt ewiger Krisen ein gutes und menschenwürdiges Leben für alle gibt. Das „schöne Leben“ bekommen wir aber nicht geschenkt. Wir werden es uns Stück für Stück von den Herrschenden erobern müssen, welche ein Interesse daran haben, dass die gegenwärtige Klassengesellschaft auf Basis von Konkurrenz, Ausbeutung, Leistungsterror und Unterdrückung weiter besteht und verwaltet wird. Dazu müssen wir uns selbst organisieren, denn der Kapitalismus funktioniert nur, weil die LohnarbeiterInnen ihn - und damit ihre eigene Ausbeutung - am Leben halten.
Um gesellschaftliche Veränderungen in unserem Sinn zu forcieren, sind Tageskämpfe wichtig, wie beispielsweise Arbeitskämpfe oder Unistreiks. Dabei können wir Erfahrungen sammeln, Erfolge werden möglich und es zeigt sich dabei, dass Solidarität und Eigeninitiative Bedingungen für erfolgreiche Kämpfe sind.
Von der etablierten ArbeiterInnenbewegung ist nicht allzu viel zu erwarten! Es liegt an uns selbst!
Wir Arbeitenden müssen eine kämpferische selbstorganisierte Bewegung aufbauen. Wir müssen die künstlichen Trennlinien wie Rassismus, Nationalismus, Sexismus, Antisemitismus überwinden, und gemeinsam gegen diese unsoziale Ordnung ankämpfen. Dazu brauchen wir keine Führer und keine Verführer – schon gar keine Rechten, Rechtspopulisten oder Faschisten jeglicher Ausrichtung!
Für eine neue ArbeiterInnenbewegung!
10:00h "Alternative 1. Mai Demo"
Treffpunkt: Denkmal gegen Krieg und Faschismus bei der Albertina, 1. Bezirk
14:00h gemeinsamer Infotisch der FAS und der IWW
Ort: Wielandplatz, 10. Bezirk




