Kundgebung gegen Teuerung der Energiepreise
Gestern, am 18.12.2008 wurde vor der Wien-Energie Zentrale im 9. Bezirk eine Kundgebung gegen die Erhöhung der Gaspreise abgehalten. Die zentralen Forderungen des aufrufenden Bündnisses kannst du weiter unten auf dieser Homepage nachlesen. Trotz nasskaltem Wetter versammelten sich etwa 70 Personen aus diversen Gruppen und Initiativen, darunter die wiener Lokalföderation der FAS. Es wurde weiters eine Demo für 17.1.2009 (13:00h, am Yppenplatz, 1160 Wien) angekündigt!

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Im folgenden der Redebeitrag eines Genossen der FAS Lokalföderation Wien:
Warum sind wir heute hier? Am Anfang der größten Wirtschaftskrise seit den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts sind wir auch heute mit massiven Preissteigerungen bei Gas, Strom, Mieten und Lebensmitteln konfrontiert. Das Leben wird teuer, für viele schon unbezahlbar. Durch die Lohnarbeit werden wir schon ausgequetscht wie Zitronen – und nun wird uns auch noch der letzte Cent aus der Tasche gezogen! Nun stehen wir an dem Punkt, an dem ein Großteil der Menschen sich darüber beklagt, dass am Ende des Lohns noch so viel Monat übrig ist. An dem Punkt, an dem alles das was wir zum Essen brauchen teuer wird. An dem Punkt, an dem wir uns überlegen ob eine geheizte Wohnung Luxus ist. Genau an dem Punkt, geht eine Bank nach der anderen ein und die Börsen kollabieren - nicht aber ohne sich vorher noch die Taschen mit Steuergeld vollzustopfen – die späteren Folgen: weiterer Sozialabbau, Steuererhöhungen etc. sind absehbar.. Und was passiert: Nachdem wir die letzten Jahre damit verbracht haben für immer weniger Realeinkommen immer mehr Leistung bei steigenden Preisen zu erbringen. Nachdem wir es akzeptierten brav zu konsumieren anstatt uns bewusst zu organisieren. Nachdem wir den Besitzenden unsere Arbeitskraft, unser Geld und unser Leben in den Arsch gesteckt haben, kommen die nun her und nehmen uns für IHR Versagen in Geiselhaft. Wenn nicht Billionen € an Steuergeldern dem kranken System, das uns unser Leben nimmt, bereitgestellt werden dann wird genau diese System die größte Rezession / Depression seit 1929 verursachen. Und hungern dürfen dann wieder die Lohnabhängigen. In der Krise wird der Kapitalismus nur noch erpresserischer. Aber, Manager und Politiker starren ratlos auf die Börsenindizes die täglich weiter in den Keller rasseln. Weltweit werden Massen von ArbeiterInnen entlassen. Milliardengeschenke an die Verursacher der heutigen Krise sollen das Schlimmste verhindern. Doch was ist denn das Schlimmste? Nun, etwa die Depression, Hunger, Armut, Massen-erwerbs-arbeitslosigkeit? Nein, das interessiert die Herrschenden nicht, denn das hat sie nie interessiert. Sie fürchten sich davor, dass dieses System, ihre Klassenherrschaft zu bröckeln beginnt. Mit einer unerträglichen Leichtigkeit und Selbstverständlichkeit haben sie in den letzten Jahren vor der Krise die Daumenschraube immer enger zugedreht. Sie haben eine Meinungshoheit erzeugt, in der es schier unmöglich war gegen ihre Verbrechen aufzubegehren, ohne als Spinner dargestellt zu werden. Sie haben die ArbeiterInnenbewegung bekämpft und teilweise zerschlagen – den Rest haben kapitalhörige Gewerkschaftsbürokraten erledigt, denen ihr Hemd halt doch näher ist als das der zu vertretenden. Sie haben die Sozialstaaten demontiert. Sie haben privatisiert, flexibilisiert. Sie haben flächendeckende Überwachungsmöglichkeiten geschaffen und die Repression verschärft. Sie haben weltweit Hunderttausende junge Menschen in den Krieg geschickt, sie haben mit ihrem „freien Markt“ ganze Landstriche zerstört und Bevölkerungen geopfert. Sie zerstören nicht zuletzt für ihren Profit unsere Lebensgrundlagen. Sie haben uns erklärt, das müsse nun mal so sein, es gäbe keine Alternative und wenn wir überleben wollen, dann müssen wir mitmachen. Jede Diskussion darüber sei Blasphemie an den wundervollen Errungenschaften der „freien Welt“, IHRES freien Finanz- und Wahrenverkehrs.
Sie sind auf unserem Rücken mit vorgehaltener Karotte und gespitzten Sporen schnurstracks auf den Abgrund zugeritten und nun - Jetzt, in dem Moment in dem der Abgrund klar in Sicht ist müssen wir zusehen, wie sie die Karotte genüsslich verspeisen, während wir bluten. Die herrschende Klasse ist der Verursacher dieser Krise! Jahrzehntelang wurde uns beigebracht, es müsse nun mal Arbeitende und Bosse geben. Es wurde uns beigebracht, man müsse an einem Strang ziehen, dann gehe es allen gut. Die Arbeitenden arbeiten, die Bosse tragen die Verantwortung und das Risiko. Gerechte Verhältnisse also!? Was ist nun aber mit dem vielbeschworenen Risiko und der Verantwortung, die die KapitalistInnen tragen, wenn nun erst die Lohnabhängigen die Zeche zahlen? Entpuppt sich die Marktideologie letztendlich als Lüge? JA, denn Wir sind diejenigen, die den gesellschaftlichen Reichtum schaffen - sie sind diejenigen, die ihn sich aneignen. Drum wollen und werden wir auch keine Bittstellerei betreiben – wir fordern ein, was eigentlich uns gehört! Die Arbeitenden müssen weltweit beginnen, wieder zu kämpfen (und das tun sie auch). An dieser Stelle ein solidarischer Gruß nach Griechenland, insbesondere aber an die ArbeiterInnnen, die gestern die Zentrale der bürokratischen Gewerkschaft GSEE besetzt haben! – Hierzulande müssen wir das erst wieder lernen. Von der etablierten ArbeiterInnenbewegung ist nicht allzu viel zu erwarten, sie sind gerade dran, die Sozialpartnerschaft zu restaurieren, obwohl sich gleichzeitig der Klassenkampf verschärft! Es liegt an uns selbst! Wir Arbeitenden müssen eine kämpferische selbstorganisierte Bewegung aufbauen. Wir müssen die künstlichen Trennlinien wie Rassismus, Nationalismus, Sexismus, Antisemitismus überwinden, und gemeinsam gegen diese unsoziale Ordnung ankämpfen. Dazu brauchen wir keine Führer und keine Verführer – schon gar keine rechten, Rechtspopulisten oder Faschisten jeglicher Ausrichtung!
Denn: Uns aus dem Elend zu erlösen, können wir nämlich nur selber tun!
Es ist allerhöchste Zeit, dass sich etwas ändert – und zwar radikal!
Kapitalizam ne može biti reformiran!
Kapitalizm reformlaştırılamaz!
Capitalism cannot be reformed!
Kapitalismus ist nicht reformierbar!
Und es liegt an uns Arbeiterinnen und Arbeitern ihn gemeinsam abzuschaffen.




